11.04.2015 - Jürgen Kirchner

Frühling in der Eifel

 

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Es lässt sich nicht leugnen: Nachdem das Orkantief Niklas sein Unwesen getrieben hat, hält nun der Frühling mit Macht Einzug. - Ich möchte daher zu einer Wanderung im Perlenbachtal in der Eifel (Mittelgebirge südlich von Aachen) einladen. Benannt ist dieses Naturschutzgebiet nach einem Bach, der aus zahlreichen Zuflüssen im belgischen Grenzgebiet gespeist wird.

Seinen Namen verdankt das Gewässer der Flussperlmuschel, die früher hier heimisch war, jedoch mittlerweile nahezu ausgerottet ist. Von 1668 bis 1880 war die Nutzung den Herzögen von Jülich vorbehalten. Zur Abschreckung von Raubfischern gab es seinerzeit sogar einen Galgen.

Besonders im Frühling zieht es viele Besucher in den Talgrund. Weite Flächen sind von Narzissen bedeckt. Dies erinnert mich an Ostern 1982, als wir St. Martin’s, eine der Isles of Scilly, vor der Küste Cornwalls besuchten: Früher wurden hier die „Daffodils“ für die Londoner Blumenmärkte gezüchtet. Deren „wilde“ Nachkommen haben bis heute „überlebt“. - Übrigens: Laut Zeitschrift GEO hat man in jüngerer Zeit den Narzissenanbau offensichtlich neu belebt.

Zurück an den Perlenbach: Sogar der scheue Biber fühlt sich hier wohl. Kunstvoll gefällte Bäume zeugen von seinen Aktivitäten. Im Übergang vom oberen zum unteren Naturschutzgebiet befindet sich die Perlenbachtalsperre. Sie dient der Wasserversorgung des Aachen-Dürener Raumes. Schließlich erreicht der Bach die Rur (ohne „h“), die ihrerseits bei Roermond in den Niederlanden in die Maas mündet.
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Wandern macht hungrig. Also fahren wir einige Kilometer bis Monschau, das idyllische Städtchen im Tale der Rur. Am Wochenende muss man sich den Platz in den engen Gassen und den Lokalen allerdings mit zahlreichen Touristen teilen. Auch bei Gästen aus dem nahen Belgien bzw. den Niederlanden ist der Ort äußerst beliebt.

Bis 1918 hieß Monschau noch Montjoie, hatte zuvor jedoch bereits zahlreiche Umbenennungen erfahren. Überragt wird der Ort von einer Burg, in der eine Jugendherberge untergebracht ist. An den Uferhängen der Rur reiht sich Fachwerkhaus an Fachwerkhaus. Einige prächtige Bürgerhäuser - darunter das Rote Haus - künden vom Reichtum der Tuchfabrikanten aus der Blütezeit der Textilindustrie.

Neben den zahlreichen Cafés und Restaurants findet man heutzutage noch Manufakturen, z.B. für Senf oder Kaffee. - Vielleicht kommt dem einen oder anderen Betrachter die Szenerie bekannt vor. Kein Wunder, denn Monschau bildet nicht selten die Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen.

Weitere Fotos finden sich im Fotoalbum
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