14.03.2013 - Freilichtmuseum Glentleiten
Marianne Müller ist eng mit dem Freilichtmuseum auf der Glentleiten verbunden. Regelmäßig führt sie Gruppen durch die wunderschöne Anlage zwischen Kochel und Murnau. Nachfolgend berichtet sie u.a. über einen Besuch von Grundschülern der ESM. - Siehe dazu auch die Fotos in unserem Album, die uns freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt wurden.
Josefi – Saisonstart auf der Glentleiten

Der 19. März ist ein wichtiger Tag in Bayern. Es ist der Namenstag von Joseph von Nazareth. In Bayern gibt es diesen Vornamen häufig (natürlich früher noch mehr), im Dialekt Sepp, Bepp, Sepperl, Bepperl … An diesem Tag, der früher ein Feiertag war, gibt es den Josefi-Bock, ein Starkbier mit 18% Stammwürze. Am 19. März startet auch das Freilichtmuseum auf der Glentleiten in die Museumssaison 2013. Als eine von ca. 20 Museumsführern und -führerinnen freue ich mich auf die neue Saison.

Gern erinnere ich mich noch an den Besuch von 360 Schülern und Schülerinnen der Europäischen Schule München im Juni 2012. Die Sechs- bis Siebenjährigen kamen mit ihren Lehrern und Begleitern in das Freilichtmuseum auf der Glentleiten, in der Nähe von Murnau am Alpenrand. Die Gruppenführungen in deutscher, englischer, französischer und niederländischer Sprache standen unter dem Motto: Ein Ausflug in die Vergangenheit.

Ein Museum draußen, ein Freilichtmuseum, was kann man da sehen? Einige Schüler waren schon da und wussten Bescheid: Alte Bauernhäuser, Mühlen, Handwerksbetriebe, Almen - Felder, Wälder, Bauerngärten - Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine…

Die Führung begann in einem über 300 Jahre alten Bauernhaus. In seiner rauchgeschwärzten, ungemütlichen Küche im Zustand um 1700 staunte ich über die gute Beobachtungsgabe und die vielen Fragen der Schüler: Zum Herd mit dem offenen Feuer, zu Essen und Trinken, zur Vorratshaltung , zur Beleuchtung und zu vielem mehr. In der Stube setzten wir uns dann wie eine Großfamilie auf die Holzbänke ringsherum und stellten uns das Leben vor, wie es früher war: So ein Winterabend ,die Stube spärlich beleuchtet durch Kienspäne, erwärmt von einem gemauerten Ofen, der Bauer, die Bäuerin, die vielen Kinder, Tante, Onkel, vielleicht Opa und Oma und noch Knecht und Magd; und dazu Kleintiere – unter einer Bank ist tatsächlich ein Hühnerkäfig. Wir sprachen darüber, dass das Leben auf dem Bauernhof wenig romantisch, sondern sehr hart war; auch die Kinder mussten mithelfen z.B. Ziegen hüten.

Danach schauten wir uns zum Vergleich ein moderneres, größeres und besser ausgestattetes Bauernhaus an. Es ist im Stil der Zeit um 1900 eingerichtet. Ziemlich schnell hatten die Schüler herausgefunden, was hier neu und fortschrittlich war: Die Küche ist hell und rauchfrei, es gibt einen schönen Küchenherd, fließendes Wasser (allerdings nur in der Küche!) und eine Petroleumlampe.

Natürlich konnten wir bei dieser einstündigen Führung nicht alles sehen: das Museumsgelände ist groß ( 38 Hektar), es gibt über 60 Gebäude und man bräuchte mindestens einen ganzen Tag um alles anzuschauen!

Auf die Frage an die Schüler, am Schluss der Führung, ob sie gerne auf so einem Bauernhof in alter Zeit gelebt hätten, war die Antwort eindeutig: Nein, sie leben lieber in der heutigen Zeit!

Für die Saison 2013 erwarten wir wieder viele Schüler der Europäischen Schule München, aber auch für die Erwachsenen bietet das Freilichtmuseum (
www.glentleiten.de) ein attraktives Programm.

Marianne Müller

Siehe dazu auch die
Fotos im Album - Bildquelle: Archiv FLM Glentleiten


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