Nachlese zum Treffen in Freiburg
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Jürgen Braun berichtet in einem Dreiteiler von dem Freiburger Treffen.
Fotos dazu gibt es
hier. - Ein weiterer Beitrag stammt von Robert Baehrel.
  • J. Braun 1
  • J. Braun 2
  • J. Braun 3
  • Robert B.
Tab 1
1. Teil - Samstag - 6. September 2014

Die Ehemaligen der ESM in Freiburg im Breisgau:
Vom 6.9. bis 8.9. 2014 trafen sich 34 TeilnehmerInnen


Ein Dreiteiler, Teil 1

„Jo, was isch denn do los?!“ So der treffende Kommentar zu unserer Tagung in Freiburg und Umgebung. Er stammte von einer Frau aus Triberg, die beim Betreten des Linienbusses am Montag, 8.9., ihren Augen nicht mehr traute beim Anblick unserer „riesigen“ Reisegruppe!

Und es war einiges los! Die ersten freudigen Überraschungen gab es am Samstagnachmittag (also sonnabernds) um 16 Uhr 30 auf dem Münsterplatz: Bei sehr warmem, leicht schwülem SOMMER-Wetter trafen sich in rascher Folge und herzlicher Offenheit alle 34 Teilnehmer und Teilnehmerinnen (ab sofort: TN).

Und schon ging`s zum Eingewöhnen zu einem gemächlichen Stadtbummel. Erste Informationen wurden in der und über die Bahnhofsmeile vermittelt - ein Stück recht neue Stadtgeschichte. Und die nächste Überraschung folgte: Ein “highlight“ besonderer Art - hinauf in das 18. (!!) Stockwerk beförderte uns der Lift der Discothek „Kagan“. Aber zum Tanzen blieb den meisten die Luft weg beim A u s b l i c k über die Stadt Freiburg, das Umland mit nahem Schwarzwald (und den Bergen Feldberg, Belchen, Kandel usw.) und die Oberrheinebene sowie über den Kaiserstuhl hinweg zu den Vogesen und zum Elsass.

Dabei wurde der STEHEMPFANG mit Brezeln, finger food, Sekt und anderen Getränken zu einer angenehmen Begrüßung in einer w a h r e n europäischen Stadt: Freiburg war fast 400 Jahre vorderösterreichisch-habsburgisch, ungefähr 20 Jahre französische Stadt mit einer Festungsanlage von VAUBAN und sogar neun bzw. drei Jahre italienisch - und nicht zuletzt gab es immer sehr gute Beziehungen zur Schweiz bzw. zur Stadt Basel. Und heute passt dazu recht gut die Statistik des Tourismus, die Jahr für Jahr mehr ausländische Besucher zählt, und mehr jugendliche Gäste anziehen will (der Freiburger Wochenbericht vom 3.9.2014: „Freiburg will jünger werden“) . Da kamen die Ehemaligen aus München gerade recht!

Nach diesem Auftakt nach Maß schlenderten wir gelassen – manche auch etwas schnaufend - zum CARITAS- Tagungszentrum (CTZ) hinauf in die wohlgepflegte Halbhöhenlage am Schlossberg mit herrlichem Stadtblick. Nach einem deftigen badischen Essen - Schäufele mit Sauerkraut - manche meinten Choucroute zu „entdecken“ - und Spätzle oder Kartoffelpüree sowie Grießbrei mit Kirschkompott - startete das Abendprogramm :

Nach einem kürzeren Power-Point-Vortrag mit "Impressionen von Freiburg“ zur Einstimmung folgten Klärungen zum Programm, bevor – wie immer - erstklassige Kabarett-Beiträge folgten: Eric van Slooten „berichtete“ über seine „Anwerbung“ für die Europäischen Schule und seine Einstellung - immer der Wahrheit verpflichtet, aber nicht banalen Einzelheiten! Und Jos de Wit „schilderte“ seine „Erfahrungen“ mit bayrischen Behörden beim Versuch, eine Bestätigung dafür zu bekommen, dass er keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland brauchte! Der Lacherfolg war überwältigend!
Tab 2
Sonntag - 7. September 2014 

Vormittag
 
„Das ist ja  lebensgefährlich“, so der Kommentar eines norddeutschen Unfallversicherungsvertreters zum Thema "Freiburg und seine  Bächle" - und fast überall kann man hineintreten oder gar hineinfallen!
 
Um 9 Uhr 30 war der Karlssteg die erste Station der STADTFÜHRUNG FREIBURG: Die Lage der  Stadt unmittelbar am Rande  des Schwarzwaldes und auf dem alluvialen Schwemmkegel der Dreisam („Pfortenstadt“) bzw. auf der Niederterrasse dieses ehemaligen Gebirgsflusses erklärt die Bedeutung des WASSERS für die Entwicklung der Stadt: Viele Mühlen und  Wasserräder sorgten für den Reichtum der frühen Stadt, für die Bewässerung der Wiesen und Felder (schon im Mittelalter, u.a. durch die Mönche der Zisterzienser) und bis heute  für die geregelte Durchflutung der städtischen Bächlein und Runzen (= die Gewerbekanäle).  So konnte auch bei der Station Kartoffelmarkt das „Geheimnis der Bächle“, der ewig fließenden Straßenkanälchen,  gelüftet werden! 
 
Doch Freiburg hat noch mehr zu bieten als die berühmte Trias "Bächle, Gässle Münster".
So wurde die Stadt unter verschiedenen Gesichtspunkten nach und nach  besichtigt: Am Anfang glänzte  das  b ü  r g e r l i c h  e  oder besser großbürgerliche Freiburg um 1500 mit Basler Hof, „Haus zum Walfisch“, Franziskanergasse sowie Altem und Neuem Rathaus.

Bei strahlendem Sonnenschein ging's weiter vom Rathausplatz (früher Franziskanerplatz wegen des dort liegenden alten Franziskanerklosters) über „Unterlinden“ - ehemals Friedhof eines Klosters – zur Predigervorstadt : Im  „k l ö s t e r l i c h e n“ Freiburg gab es  durch die Zeiten 10 bis 12 Klöster und Klosterhöfe – Dependancen der Klöster außerhalb  der Stadt. Hier beim ehemaligen Predigertor residierten viele  Adlige, so auch Kaiser Maximilian zum Reichstag 1498, hier lehrte der große Albertus Magnus und hier standen letzte Gebäudeteile  des großartigen DOMINIKANER– oder Predigerklosters – bis zum katastrophalen Bombenangriff am 27.11.1944, der weite Teile der Freiburger Innenstadt in Schutt und Asche legte.
   
Ein paar Schritte weiter ist man im kleinen, aber feinen m o n d ä n e n  Freiburg: Colombi-Schlösschen mit Parkanlage und gegenüber das renommierte COLOMBI-Hotel (von heute aus gesehen: letzter berühmter Gast waren um den 1./2.9. 2014  U d o  J ü r g e n s und seine Gäste zur Party seines 80. Geburtstages!). Im kleinen Park auch die Anlage eines Weinberges  - und das muss schon sein, denn schließlich ist Freiburg eine der größten deutschen Gemeinden  m i t  Weinanbau .

Der Universitäts-Campus war die nächste Station (zur Information: Freiburg hat drei weitere Universitätsstandorte, nämlich das nördliche Institutsviertel für die  Naturwissenschaften, das UNI-Klinikum und ein Areal beim alten Flughafen für die technischen Wissenschaften). Doch zunächst liegt in unmittelbarer Nähe das STADTTHEATER – ein Gebäude der späten Gründerzeit  (1909 – 1911 gebaut). Gegenüber dann die Kollegiengebäude KG II (ein Neubau von 1957 bis 1961), KG I („bester badischer Jugendstil"), heute KG IV: Eine ehemalige Mühle und ihre „Turbine“  wurde kurz vor 1900 zur ersten elektrisch beleuchteten Universitätsbibliothek "umgestaltet" und dann das KG III ganz in Beton - eine Bausünde der 1970er-Jahre - aus heutiger Sicht (als Student hat mich das nicht gestört).

Und auf dem “Platz der Alten Synagoge“ stehend erfuhren wir einiges über das  d u n k l e Freiburg, über die abwechslungsreiche, aber auch sehr verhängnisvolle Geschichte der Juden in dieser Stadt!
 
Wenige Meter weiter: das Werthmann-Haus. Frisch heraus geputzt und heute Sitz der wissenschaftlichen Geographie.  Ehemals Hotel, dann Sitz der Verwaltung der CARITAS  Deutschland, da hier 1897 dieser katholische Verband seinen Sitz unter Lothar Werthmann bezog (gegründet u.a.  in Köln).

Auf dem Campus-Gelände weiter betreten wir nach wenigen Schritten das „Paradies“!?   Ein kaum noch vorhandener Stadtteil – ehemals  ein kleinstädtisches  G e w e r b e–Viertel. Noch zu sehen sind das Gebäude des früheren Schlachthofes und eine  „Badestube“. Den Garaus machten diesem Viertel  die Bauwut der Gründerzeit, die Bomben des Zweiten Weltkrieges und die Abrissbirne bzw. die Stadtplanungen der 1950er- und 1960er-Jahre. Geblieben ist das Rauschen des Runz, des südlichen  Gewerbekanals!

Und zwei  Ecken weiter: die Zentralachse der City, die „Prachtstraße“  - Kaiser-Joseph-Straße oder auch kurz  KAJO  genannt (Die „Pracht“ ist leider seit Wochen mit einem Bauzaun bestückt, besonders am zentralen Bertoldsbrunnen).  Hier finden sich unmittelbar vor dem fotogenen Martinstor  einige Prunk- und Protzbauten der späten wilhelminischen Kaiserzeit, das frühe 
g r o ß s t ä d t i s c h e  Freiburg (um 1910  83.000, heute immerhin knapp 220.000 Einwohner). Unterhalb davon – Richtung Dreisam und Kaiserbrücke  -  Teile der ehemaligen  Schnecken-, später Stephanien-Vorstadt, ein Erzeugnis der nachnapoleonischen Zeit  mit (noch wenigen) klassizistischen Hausfronten.

Und dann geht's wieder ans WASSER:  die Fischerau, die Gerberau und die „Insel“. Hier ahnt man  noch die Maßstäblichkeit der mittelalterlichen  H a n d w e r k e r–Stadt. Und schon mancher Besucher fühlte sich an „Klein-Venedig“ erinnert. Aber der an dieses Viertel angrenzende Augustinerplatz mit Augustinermuseum (im ehemaligen Kloster befindet sich heute die berühmte Ausstellung „Spätgotik am Oberrhein“) und der nebenbei vorhandene Biergarten lässt eher an "Kultur und Genuss" denken. Exotisch wird's dann an der Dreisam:  Seit ungefähr 10 Jahren tummelt sich ein Krokodil im Bachbett...

Der Weg führt nun am Schwabentor vorbei  - einem der beiden letzten Stadttore, die beide „stark verschönt“ wurden dank des damaligen Oberbürgermeisters Winterers „Sehnsucht nach dem Mittelalter", einem  ausgesprochen zeitgenössischen Phänomen um 1900). –
Über den schönen Platz Oberlinden mit seinen gepflegten und mit Namen versehenen Bürgerhäusern, vorbei am „Roten Bären“  (dem ältesten Gasthaus Deutschlands) und über sehr tiefe Bächle spazierten wir zur „Harmonie“ - d i e  Erholungsstätte nach diesem langen fußläufigen Vormittag !
 
 
Nachmittag

Das PROGRAMM des NACHMITTAGS bot zunächst den geistigen, geistlichen und
merkantilen Schwerpunkt der Stadt: das MÜNSTER und den Münsterplatz  - eben „Freiburgs  gute Stube“.

Am Anfang der Münster-Führung stand die Betrachtung „eines der schönsten Türme der Christenheit" (so einst Jakob Burkhart) mit seinen vier Gliederungen nach oben: "fest gebaut, filigran und doch verletzlich“ – leider war der herrliche durchbrochene Turm eingerüstet; es folgte ein Rundgang außen mit Erläuterungen, so zu den Kirchenfenstern (auf der Nordseite: dreigliedrig, südlich: viergliedrig) oder zu einigen Portalen, so zum Schöpfungs-, Marien-, Renaissance-  und Lammportal. Und wieder vor dem Hauptportal gab es ein paar Hinweise zur Marktfunktion von Platz und Kirche: Links und rechts an den Außenwänden sind noch die mittelalterlichen Maße für Brotgrößen, für einen Klafter und andere Waren  zu sehen. Das  BILDPROGRAMM der (westlichen) Portalhalle  -  ein Kaleidoskop an Figuren und Symbolen aller Art, an Ornamentik und dabei „edle Faltenwürfe, abentheuerlich bemalt“ (so ein Zeitgenosse um 1270/90) , um d a s  Thema zu veranschaulichen: die Weltgeschichte aus christlicher Sicht auf einen Blick – nämlich von Adam und Eva bis zur Apokalypse.  Ein paar knappe Hinweise sollten dieses einmalige Bildwerk (etwas) „lesbar" machen, bevor sich jeder TN allein im Kircheninneren ergehen konnte.
 
Danach war des Programm etwas lockerer  und entspannter gestaltet - wir teilten uns in drei Gruppen auf :
a)     einige TN bummelten durch noch nicht gesehene, sonnendurchflutete Gassen  und Winkel der Altstadt und statteten auch dem Augustinermuseum einen Besuch ab,
b)
     eine weitere  Gruppe informierte sich im Stadtviertel  „Vauban“ – einem  Vorzeigebeispiel für ökologische Stadtgestaltung in der  GREEN CITY  Freiburg,
c)
     und  ein Auto-Konvoi  brach zu einer Ausfahrt in den Kaiserstuhl auf.
 
Kaiserstuhl- Ausfahrt :  „Winzerfeste und ihre Umleitungen“
 
Auf der Schnellstraße gen Westen erreichte die Autokolonne rasch Bötzingen mit seinem riesigen Phonolith-Steinbruch und den knapp 400m hoch gelegenen VOGELSANG–Pass:
Bei  einer kurzen Fuß-Exkursion wurde die einmalige Aussicht auf die Freiburger Bucht und der Blick ins Innere  des Kaiserstuhl-VULKANS genossen und erläutert. Auch die wichtigsten Gesteine dieses eindrucksvollen Mittelgebirges wurden vorgestellt: Vulkanite (ca. 18 bis 11 Millionen alt) und LÖSS, Flugsand-Ablagerungen aus den letzten Eiszeiten. Beim nächsten  Halt  - „Auf dem Eck“ -  gab es Hinweise zur Rebflächen-Landschaft, sowohl auf alte „fränkische“ Kleinterrassen (seit ca. 770), auf traditionelle Steillagen als auch auf Gelände nach den Flurbereinigungen der 1960er- Jahre. Und dann ging's los: Umleitung 1 wegen Winzerfest  in  Kiechlinsbergen, und weiter durch eine sehr fruchtbare Agrarlandschaft (das „Paradiesgärtlein am Oberrhein“) zur Umleitung 2 wegen Stadtfest in Burkheim: Aber hier ließen wir uns nicht abhalten und legten eine fröhliche Pause bei Kaffee, Kuchen, Viertele (Wein) und Tanz ein. Der  Abschluss dieser  gemütlichen „Kaffeefahrt“ war auf dem Münsterfelsen in Breisach:  Der weite Blick  über den Rhein und die direkt vor uns liegende Grenze nach Frankreich hinein verleitete zu historischen  Impressionen. Wieviel Not und Unheil waren „notwendig“, bevor ein vereintes Europa den Krieg endlich aus diesen Regionen verbannte. Und für diesen Frieden kämpfte und steht die Stadt Breisach: Sie bekam 1964 als eine der ersten Städte den Friedenspreis des Europarates verliehen. Den Abschluss fand diese Reise im Breisacher Münster: Weltberühmt die Fresken des Martin Schongauer, eines Vorläufers von Mathias Grünewald, dem Schöpfer des Isenheimer Altars.
 
Abend

Das Abendprogramm bot Rückblick und Ausblick: Marianne Müller war so  freundlich, uns noch einmal unser Treffen 2012 in der Auvergne in einer Bilderschau vorzuführen - und
Marie-Cecile Rheinwald machte mit schönen, eindrucksvollen Bildern Lust auf eine Reise in die Normandie – voraussichtlich der  Ort für unser
Ehemaligentreffen 2016 .
Tab 3
Montag - 8. September 2014 
 
„Eine Bahnfahrt , die ist lustig , eine Bahnfahrt , die ist schön"!  Und so war´s dann auch.
 
Um 9 Uhr 03 fuhr der Regionalexpress nach Offenburg ab und a l l e  waren da  (immerhin noch  28 TN).  Im gemütlichen Tempo - sehr gesprächsfreundlich - erreichten wir unsere erste „Umsteige“:  Bei kühlem Wetter, aber ungetrübtem Sonnenschein konnte so der „zweite Kaffee“  im Freien eingenommen werden, und dazu gab es ein paar Infos zu OFFENBURG:  Diese  Kreis– und Regionalstadt (Kennzeichen OG) des Weinbaugebietes  der Ortenau ist bekannt als Sitz des BURDA-Verlages mit 130 Printmedien wie „Die Bunte“, „Praline“ oder auch diversen  Frauenzeitschriften. Auch bekannt ist VIVIL - hier ist  der Hauptsitz dieses  Herstellers von Süßigkeiten. Und heute bekannt durch Wolfgang Schäuble, deutscher CDU-Politiker und z.Zt.  Finanzminister des Bundes.

Gestärkt ging es anschließend mit der legendären SCHWARZWALD-BAHN ins Kinzigtal. Recht rasch sah man dann, empfand man Schwarzwald, wie man ihn schätzen kann: grüne Auen  und Hangwiesen, steile Täler und in der Höhe geschlossene Wälder, zentral: Schwarzwaldhäuser – (fast) ganz aus Holz mit ihren tief herabgezogenen Schindeldächern – einsam und exponiert - und der Geruch von Frische und Würze der Nadelwälder!                                                                    

Nach  einigen kräftigen Steigungen mit Ausblicken, vorbei am „Hornberger Schießen“, erreichten wir TRIBERG.  Hier fuhren wir im gut gefüllten Linienbus („Jo, was isch denn do los“!) über „Berg und Tal“  ins Zentrum, zum Marktplatz. Nun standen zweieinhalb Stunden zur Verfügung für  
a) die Begehung – eher Besteigung - der Triberger Wasserfälle (mit 163 m Fallhöhe die höchsten in Deutschland !), 
b) die Besichtigung des sehenswerten Schwarzwaldmuseums (u.a. mit historischen Uhren aus  v  i e r   Jahrhunderten, mit einzigartigen selbstspielenden Musikautomaten, einem Mineralienstollen und einem  SKIBOB), 
c) die Begutachtung und eventuell den Kauf einer KUCKUCKSUHR –  seit Jahren gibt es wieder einen Boom für diese vielfältigen Geräte, besonders bei ausländischen Gästen, oder 
d)  eine Kaffeepause – und/oder ein Mittagessen.

Und dann „schlug die Bahn zu“: Motorenschaden  einer Lokomotive bei Rastatt  und deshalb ca. 40 Minuten Verspätung (auf der  Strecke nach Konstanz)! A b e r  das Wetter war immer noch unerwartet gut  - also eine (weitere) Sonnenschein-Pause in der würzigen Schwarzwaldluft in ungefähr  800 m über NN.

Und die Weiterfahrt noch einmal mit  Steigungen, Bogenkurven, Tunnels, überraschenden Ausblicken, steilen Abhängen …… bis St.Georgen - mit 806 m über NN der höchste Punkt der Schwarzwaldbahn!   Die folgende Strecke bis Donaueschingen: Der östliche Schwarzwald – viel „flacher“ -  mit seinen weiten Talauen, mäandrierenden Bächen, bunten Wiesen – eine prächtige Idylle!

Kurz DONAUESCHINGEN:  Altes, kleines  Residenzstädtchen mit großem Schloss und weitläufigem  Park,  am Zusammenfluss von Brigach und Breg und damit an der sogenannten DONAU–Quelle  gelegen; mit einem bekannten Reitturnier (so Mitte September) und den  weltberühmten Musiktagen für Neue Musik - a b e r  leider zu wenig Zeit für einen Rundgang…

Und weiter ging's  jetzt mit den Anfängen der HÖLLENTAL-BAHN.  Zunächst allerdings über die beschauliche Hochebene der BAAR - ein Muschelkalkplateau in fast 800 m Höhe -
bis „Hausen vor Wald“ – und jetzt war wieder der „Wald“ und die berühmte Wutachschlucht,  i n  d i e  man ab und zu auch sehen konnte!  In Neustadt erneuter Umstieg – so bleibt man fit -  und jetzt  TITISEE - das Eldorado des südlichen Schwarzwaldes. Heute ging es einigermaßen, die Touristen-„Massen“ hielten sich in Grenzen, der See  blinkte im Spätnachmittagslicht  und die Bänke an der Uferpromenade  luden zum Verweilen ein, vielleicht auch zu einem beschaulichen Schläfchen…
 
Nun aber bei der Weiterfahrt über Hinterzarten (mit vierfacher SkiSprungschanze und dem
“Skihang „GeorgThoma “ =  Olympiasieger Nordische Kombination 1960) schlugen die Herzen der echten Eisenbahn-Enthusiasten höher: Zuerst die Fahrt über die gewaltige Brücke an der Ravennaschlucht, dann wieder  eine hoch gelegte Trasse mit berauschenden Blicken ins HÖLLENTAL   und endlich der HIRSCHSPRUNG mit dem H i r s c h, der einstens hier über diese Talenge (Schlucht ?) gesprungen sein soll! Und alle Anspannung fällt ab, wenn der Zug einfährt in „HIMMELREICH" ( tatsächlich die Bahnstation der Ortschaft Buchenbach).

Nach der Ankunft in Freiburg die (letzte) Überraschung: Sehr rasch entschließen sich alle TN  dieser außergewöhnlichen Eisenbahnfahrt zu einem gemeinsamen Abschlusstreffen in der „Harmonie“ - wo denn auch diese dreitägige Zusammenkunft der Ehemaligen der ESM bei Speis und Trank im allgemeinen Wohlgefallen endet!
 
Kurzes FAZIT: Drei anstrengende, aber überaus anregende Tage liegen hinter uns – nicht zuletzt  durch die vielen Gespräche an den vielfältigsten Orten.
Tab 4
Dienstag - 9. September 2014 
Einige Gedanken von Robert Baehrel

Danke Jürgen Braun,

Du hast uns wieder einmal gezeigt, wie toll du erzählen kannst. Wir könnten Dir alle stundenlang zuhören. Und das war sicher auch der Fall, weil - wenn Du das Wort ergreifst, lässt Du es nicht mehr los…

Glücklicherweise konnte man richtig und tief wieder atmen, wenn du Dein ewiges Donnerlachen laufen ließt, und unsere Aufmerksamkeit war wieder fit und bereit für andere so interessante Anekdoten. Deine gute Laune war sehr kommunikativ…

Du hast uns wie immer Deine Leidenschaft für Geschichte beigebracht. OK, an der Freiburger Geschichte haben die Franzosen teilgenommen, durchaus nicht in sympathischer Weise. Danke Jürgen, dass Du uns das ganze mit vollem Humor präsentiert hast. Als Franzose bin ich gar nicht stolz darauf, was die französische Wehrmacht outre-Rhin jahrhundertlang den zukünftigen Deutschen immer angetan hat. Die Ruinen des Heidelberger Schlosses, wo wir einmal mit Nigel und Schülern waren, erinnern uns an die Ursache. Glücklicherweise haben diese Ruinen das Glück der deutschen Romantiker ausgemacht.

Ich denke leider, dass Louis XIV und vor allem der Menschenfresser von Korsika, auch als Napoleon bekannt, an dem deutsch-französischen Ressentiment besonders schuld sind, das für drei schreckliche Kriege zwischen Frankreich und Deutschland verantwortlich ist.

Und dieses Ressentiment hält scheinbar immer noch, nun aus anderen faulen Gründe. Wann ist endlich Schluss mit diesen Rachegedanken! Glücklicherweise arbeiten die Europäische Schule und Erasmus daran, wieder gute Beziehungen zu erstellen.

Ja, es war so toll, die lieben Lehrer der Europäischen Schule wieder zu treffen. Für mich waren die neun Jahre in München wie ein Traum. Der Unterricht, das Leben, die Beziehungen, die gemeinsame Arbeit waren sehr angenehm und konnten den Geist wirklich erweitern. Wir konnten gute Arbeit leisten. Wir hatten die besten Möglichkeiten dazu.

Ganz und gar nicht gilt dies für das Unterrichten in Frankreich. Für so viele Schüler ist unser französisches Erziehungssystem gar nicht geeignet. Und so bin ich immer noch dabei, Verbesserungen vorzuschlagen. Jeden Tag! Stundenlang! Hunderte von Briefe an Schuldirektoren, Politiker, Journalisten! Verabredungen mit Journalisten! Unglücklicherweise gibt es wenig Resultate, wenig Antworten! Marianne sagt: "Du machst dich kaputt". Aber es war immer meine Leidenschaft. So, wenn sie immer noch etwas Interesse für die Schule haben, lade ich Sie ein, meine Internetseite zu besuchen. Ihr könnt ein paar Seiten auf Deutsch und Englisch finden. Siehe "Menu"!

Adressen: www.motivateurs.fr und www.physique-chimie.fr

Noch einmal vielen Dank für Eure liebe Freundschaft und auf ein rendez-vous, gesund und fit in zwei Jahren.

Robert Baehrel

PS : Und immer mit Klassikradio! In München, 107,2 MHz. Auch Kanal 185 auf Astra Satellit. Oder ganz einfach on air auf klassikradio.de