Marianne Müller:
Altweibersommer in Paris - Eté Indien à Paris
"Spaziergänge in Paris" oder "Paris, mon amour"

Ich hatte das Glück, ein paar Tage in diesem schönen Spätsommer in Paris zu verbringen. Es war keine reine Erholungs- und Genussreise, denn ich fuhr zum Babysitting nach Paris - ich war noch einmal Großmutter geworden und besuchte meine 3 Monate alte Enkelin und ihre Familie (Bild 1). Sie wohnen im Marais, einem alten, früher sumpfigen (daher der Name!), heute eleganten Stadtteil von Paris. Die Wohnung liegt im 3.Stock ohne Aufzug. Daher war der tägliche Spaziergang immer mit großem Aufwand verbunden: Die "Poussette" und das Baby mussten 3 Stockwerke runter- und nachher wieder raufgetragen werden.

Aber dann diese herrlichen Spaziergänge - zum Place des Vosges (Bild 2), einem von Heinrich IV 1612 erbauten riesigen Platz mit herrschaftlichen Häusern ringsum, mit Springbrunnen und Grünflächen. Junge und Alte lassen sich auf den Grünflächen nieder, wir auch.

Vom Place des Vosges geht es in die Rue des Rosiers, die Straße, in der auch heute noch  jüdisches Leben pulsiert. Es gibt viele Geschäfte, Restaurants, Cafés, mit Spezialitäten wie "Falafel" (Bild 3 und 4).

Am Sonntag gingen wir - immer mit Baby und Kinderwagen - zum Marché Bastille, einen der größten Pariser Märkte, mit Blick auf die Julisäule auf der Place de la Bastille (Bild 5). Was für ein Angebot an frischen Köstlichkeiten! Für mich, aus dem südlichen Bayern kommend, sind besonders die "Fruits de Mer" eine Wonne! Wir kauften Crevettes (offre spécial), Coquilles Saint Jacques, Humus (Kichererbsenbrei), Artischocken und und und…

Bevor ich von zu Hause losfuhr, wurde ich gefragt, ob ich keine Angst vor Terroranschlägen in Paris hätte. Ich sagte nein -  und in der Tat erlebte ich Paris wie  eh und je: lebendig, charmant und einfach einmalig schön! Allerdings: In manchen Straßen sieht man Soldaten, sogar manchmal mit dem Gewehr im Anschlag. Das macht dann doch nachdenklich.

Überall auf den Plätzen, in den Straßen und besonders in den Metrogängen ertönt Musik: Klavier, Akkordeon, Gitarre, Flöte und die seltsamsten fremdländischen Musikinstrumente werden virtuos bespielt, dazu Gesang in verschiedenen Sprachen. Ein besonderer Straßenmusikant fiel uns im Marais auf: Der Mann spielte auf einem Klavier und sein kleiner Sohn daneben Schlagzeug. Sie waren von Bewunderern umringt und die Leute spendeten gern (Bild 6)!

Mein täglicher Frühstücksgang führte mich in eine wunderbare "Boulangerie". Es entspann sich folgendes Gespräch: "Bonjour Madame, comment-allez-vous? - Il fait très beau aujourd'hui....Que-désirez-vous ?" (Die Bäckersfrau flötete geradezu - wunderschön!) Und ich bekam die köstlichsten "Pains aux chocolat, Croissants, Baguettes de Campagne", die es gibt.

Die Tage in Paris waren für mich wieder  einmalig schön - natürlich auch wegen meiner kleinen Prinzessin.

Marianne Müller