Oklahoma und Mexiko (Bericht - Teil 1)
Hallo, Ihr Lieben,

hier ein paar Fotos und Worte von unserer Reise nach Oklahoma und Mexiko:

Auf der einsamen Farm am Rand eines Naturschutzgebietes von Betty und Ned, den ehemaligen Gasteltern von Philipp, konnten wir uns von der recht langen Reise erholen.

Wir waren um 6 Uhr morgens in Landau aufgebrochen (zum Glück brachte uns Sonja zum Flughafen, sonst wäre es noch früher gewesen) und kamen um 11 Uhr am nächsten Tag in Dallas (Ortszeit 4 Uhr nachts) im Hotel an! Wegen der ewig langen Schlangen bei den Einreiseformalitäten und Sicherheitskontrollen hatten wir unseren Anschlussflug versäumt, mussten unser Gepäck finden, das woanders gelandet war, aber konnten auch mitten in der Nacht mit Bussen auf dem riesigen Flughafen hin und her fahren, Auto mieten und wurden unser Hotel eingelassen.

Die Callens haben sich nach 50 Jahren Farmbetrieb zur Ruhe gesetzt (Ned ist 82!), aber kümmern sich noch um eine Restherde aus ca. 60 Rindern mit Kühen, Kälbern und Stieren. Neben dem Weidebetrieb bauten sie Baumwolle an und man sieht überall die Spuren, nicht nur am Kettenständer, sondern z. B. an einem Berg von ausgedienten Pflugscharen. Wir fuhren mit ihnen im Pickup über die Wiesen, um die Herde von einer Weide auf eine andere zu locken. Betty schreit, Ned hupt und bald kommen sie an und laufen hinter dem Auto her. (Bilder 01a, 01 und 02)

Obwohl im weiteren Umkreis nur 2 Familien wohnen, war immer etwas los bei Einladungen von Verwandten und Nachbarn, die zum Teil von weit herkamen. Wie Ihr auf Bild 03 seht, waren wir bei einer Einkaufsfahrt sogar auf einem „echt“ deutschen Oktoberfest!

Unser nächster Programmpunkt war eine mexikanische Hochzeit. Felix aus Landau und Gaby aus Mexiko hatten schon in Landau geheiratet, wollten sich aber bei einem mexikanischen Fest noch einmal ein Jawort geben. Am Strand von Tulum in Yucatan durften wir der Mayazeremonie (Bild 04) und dem rauschenden quirligen Fest beiwohnen. Um 4 Uhr sollten die Gäste sich treffen, aber es prasselte ein Platzregen hernieder, so dass an einen Beginn nicht zu denken war. Aber bald danach erlebten wir alle eine bewegende Szene, in die die Naturgewalten von Wind und Regen mit einbezogen waren, hatten ein festliches Mahl unter einem hohen Palmendach, und zum Tanz auf einem Holzboden im Sand leuchteten die Sterne!

Eine Cousine von mir lebt mit ihrer Familie in Mexico, und wir wollten sie nach den ersten schönen Erlebnissen vor vier Jahren noch einmal besuchen.

Die Zeit von Allerheiligen, bzw. Allerseelen ist hier etwas ganz Besonderes, denn das Gedenken an die Toten wird bunt und fröhlich gefeiert. Nicht nur die Friedhöfe werden mit vielen vielen orangefarbenen Tagetes geschmückt, sondern die ganze Stadt ist voll von Altären mit Totenköpfen in allen Größen, Blumen, Kerzen und vielen Gaben, vor allem Obst. Auf dem Zocalo, dem Hauptplatz, tummelten sich Skelette in bizarren Posen (Bild 07 ), in einem städtischen Palast wurde die Bevölkerung zu Musik und Tanzvorführungen eingeladen (Bild 04 + 05, einer der Stände in diesem Innenhof) und im Palacio Nacional war eine Ausstellung mit Bräuchen zum Totengedenken aus aller Welt (Bild 06). Sogar in der Kathedrale war ein Altar aufgebaut, der sich allerdings etwas ernster mit dem abgelebten Leben auseinandersetzte (08).

Eine Prachtstraße wird jeden Sonntag Nachmittag für den Verkehr gesperrt, damit man auf ihr gemütlich Fahrrad fahren kann. Sofia, die Tochter von Hanni besorgte für uns Vier Fahrräder, so dass wir bei dem großen „Rennen“ zur Feier des Dia de Muertos am Abend mitmachen konnten. Es wurde ein Erlebnis, denn die breite Straße war voll mit Radfahrern, so dass man sich fühlte wie beim Start der Tour de France, und es regnete! Aber die bunten Aufbauten und Riesentotenköpfe am Rand ließen keine Missstimmung aufkommen (Bild 11).

75 km nördlich von Mexico City gibt es Reste eines Tempelbezirks mit beeindruckenden Atlanten. Die Tolteken hatten in Tula um 1000 nach Christus eine Stadt mit bis zu 35 000 Einwohnern bewohnt (Bild 9 und 10). Eigentlich wollten wir außerdem noch ein schönes Kloster auf dem Weg besichtigen, aber statt der gut gerechneten zwei Stunden einfach brauchten wir mehr als das Doppelte, ganz normal für den Großraum der Stadt!

Im 2. Teil unseres Berichts geht es nach Oaxaca und Puerto Escondido.

Clothilde und Eckhart