Lust auf Tango?
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Seit längerer Zeit schon hat uns das Tango-Fieber erfasst. Wir lernen und tanzen Tango Argentino, also nicht den Standardtanz, wie er bei Tanzturnieren gezeigt wird. Diese Variante beinhaltet ruckartiges Kopfdrehen und zackige, abgehackte Bewegungen.

Tango Argentino dagegen ist ein dahinfließender, oft lasziv erscheinender Improvisationstanz, der eher eng getanzt wird. Zum Tanzen, im Sommer auch draußen, finden sich Anfänger und Fortgeschrittene aller Altersgruppen zu „Milongas“ ein. Zwar gibt es keine Kleideretikette, doch sieht man viele elegante Kleider und hohe Absätze.

Für John und mich begann es mit der Idee, zu meinem 60sten Geburtstag ein Tangofestival in Dresden zu besuchen. Nostalgische Tangomusik aus den 30er und 40er Jahren gefiel uns schon lange. Das Tanzen selbst sah nicht überkompliziert aus (wenn wir bloß gewusst hätten...). Also nahmen wir ein paar Stunden Einzelunterricht und kopierten einige Youtube Videos. Als blutige Anfänger konnten wir dann beim Ball nur über die kunstvollen Drehungen und Beinbewegungen staunen.

Seitdem hat uns der Ehrgeiz gepackt, ein wenig davon umzusetzen, trotz unseres fortgeschrittenen Alters. Wir haben sogar einmal eine ganze Tangokurs-Woche in Umbrien verbracht (heiß...)!

Gern besuchen wir Milongas. Bei diesen geselligen Tango-Abenden wird mit vielen verschiedenen Partnern getanzt, was seinen Reiz hat. Mit manchen schwört man sich „Nie wieder!“, bei anderen stimmt die Chemie auf Anhieb. Es ist ein demokratischer Tanz: Zwar führt offiziell der Mann und folgt die Frau, doch kann sie auch viele dekorative, elegante Bewegungen mit Beinen und Füßen einflechten, und er muss ihr dafür Zeit geben. Oft tanzen Frauen oder auch Männer miteinander. Zu einer Milonga kann man immer allein erscheinen und wird nicht lange herumsitzen.

Tango-Kurse gibt es in allen größeren Städten Europas. Neben Buenos Aires ist sogar Berlin die zweite Tango-Metropole. Einen sehr guten Ruf haben auch niederländische Tangokurse und -Festivals. Tanzen ist gut für das Gehirn, so wird gesagt, und hält jung (wir werden sehen...). Also nur Mut – es ist nie zu spät, mit dem Tango anzufangen!

Susanne Mason


Dieser Beitrag hat Jos de Wit an eigene Erfahrungen erinnert.