Jürgen Kirchner
Norwegen - Ein Traum ging in Erfüllung

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Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Vom 3. bis zum 14. Mai 2018 fuhren wir mit Hurtigruten von Bergen bis nach Kirkenes an der russischen Grenze und zurück. Es war das Rundum-Sorglos-Paket: Unser Schiff, die MS Kong Harald, bot alle erdenklichen Bequemlichkeiten, reichhaltiges Essen, perfekten Service und dazu ein großes Angebot an Ausflügen und Besichtigungen.

Unsere erste nachhaltige Erfahrung war die komplette Entschleunigung: Das recht große Schiff gleitet fast lautlos über das Meer, rechts und links ziehen langsam Inseln und Schären vorbei, und die Augen erfreuen sich an dem Spiel von Licht und Wasser. Die Passagen sind teils unglaublich eng: Vorsichtig manövriert das Schiff durch die Inselwelt. Manche Fjorde sind um diese Zeit noch gesperrt. Zu groß ist die Gefahr von Lawinen und Felsstürzen.

Landschaft und Vegetation sind äußerst wechselvoll: Während im Süden bereits der Frühling eingezogen ist und Bäume und Sträucher in Blüte stehen, sind - je weiter wir nach Norden fahren - die kargen Berge noch von Schnee bedeckt. Die Insel Mager
øya, auf der das Nordkap liegt, ist abseits der wenigen Straßen nur mit dem Schneemobil befahrbar.

Viele Siedlungen bestehen nur aus wenigen Holzhäusern, meist nur von bloßem Schotter umgeben. Auch heute noch leben die Menschen dort vorwiegend von der Fischerei. Mehr und mehr wird der Lachs jedoch in Fischfarmen gezüchtet. Im Norden wirken Städte wie Hammerfest oder Kirkenes eher trist, nicht zuletzt eine Folge der "Verbrannten Erde", die die deutsche Besatzungsmacht dort am Ende des II. Weltkrieges hinterlassen hat. Städte wie Bergen,
Ålesund oder Trondheim dagegen sind allemal einen Besuch wert. Die wenigen Stunden Liegezeit im Hafen vermitteln nur einen kleinen Vorgeschmack.

Je weiter man nach Norden kommt, desto kürzer wird die Nacht. Eigentlich wird es nie wirklich dunkel. In Troms
ø, wo wir um Mitternacht in der Eismeerkathedrale einem wunderschönen Konzert beiwohnten, konnte man zu dieser Zeit noch problemlos ohne Blitzlichtgerät fotografieren.

Atemberaubend sind die Lofoten: Teils ragen Granit- und Basaltmassen steil in die Höhe, teils sind die Inseln des Archipels recht sanft und ermöglichen - dank des Golfstroms - sogar Landwirtschaft. Natürlich wird nach wie vor Fischerei betrieben: Vor allem der Kabeljau wird hier gefangen, dann an Holzgestellen getrocknet und als Stockfisch in alle Welt verschickt. Vielerorts gilt er als Delikatesse.

Wären wir jünger, hätten wir unsere Reise möglicherweise ein wenig anders organisiert: So könnte man von Oslo mit der Eisenbahn nach Bergen fahren und nur für Teilstrecken eines der Hurtigruten-Schiffe benutzen. Man hätte dann genügend Zeit, Städte und Landschaften (z.B. die Lofoten) in aller Ruhe zu erkunden. Leihwagen kann man überall mieten. Einige Straßen führen allerdings in spektakuläre Höhen; nichts für schwache Nerven! Überhaupt ist Norwegen ein hervorragend organisiertes Land mit einer guten Infrastruktur und bester Telekommunikation.

Eine unerwartete Probe der ausgezeichneten Organisation war uns dann auch "vergönnt": Nach unserer Rückkehr stellten wir fest, dass in unserem Boardcase ein iPad, eine Kamera mit vielen Aufnahmen und ein Fernglas fehlten. Was war geschehen? Bei der Sicherheitskontrolle in Bergen wurde unser Handkoffer dreimal durchleuchtet und manuell überprüft. Offenbar wirkten wir ziemlich verdächtig. Leider hatte man vergessen, einige wichtige Teile zurückzulegen. Telefonisch erhielt ich von Avinor, dem Flughafenbetreiber, den Rat, auf der Website missingx.com zu recherchieren. Und in der Tat: Alle drei Objekte waren in Bergen "gefunden" worden. Es war nicht schwierig, dann die Eigentumsrechte nachzuweisen. Den Vorschlag, die Teile persönlich abzuholen, hielten wir für einen schlechten Scherz. Telefonisch beauftragten wir die Firma Jetpak mit der Nachsendung. Dies war nicht ganz billig, aber höchst effizient: Bereits am nächsten Tag klingelte der Paketbote; alle Teile kamen unbeschädigt bei uns zu Hause an. Unglaublich!

In Erinnerung bleiben für uns vor allem die herrlichen Sonnenuntergänge, die zauberhaften Landschaften, die oft sehenswerten Städte und die vielen netten und hilfsbereiten Menschen. Norwegen war für uns wirklich ein Traum!

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Jürgen Kirchner

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