Marianne Müller
Jubiläumsreise nach Berlin

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Ein Jubiläum in der Familie war der Anlass für unsere Reise nach Berlin - zum letzten Mal waren wir in den 70-iger Jahren in unserer Hauptstadt. Da wegen eines Kunstfestivals in Berlin die Hotelzimmer rar waren, landeten wir in einer kleinen Pension in Moabit, einem Ortsteil in Berlin-Mitte. Es ist ein lebendiges altes Viertel, in dem einst auch die Hugenotten Zuflucht fanden; deshalb bezieht sich der Name auf das "Land des Moab" im Alten Testament. Wir haben uns in dieser Gegend sehr wohlgefühlt, auch weil die Menschen auf der Straße, in den Restaurants überaus freundlich und zuvorkommend waren.

Für unsere Verpflegung gab es in der Nähe unserer Pension eine wunderbare Einrichtung: die Buchkantine (Foto 1) - sowohl Buchhandlung als auch Bistro. Man kann sich hier nicht nur drinnen stärken, sondern auch draußen auf der Terrasse sitzen, die nahe an der Spree gelegen ist, und dabei in Klassikern und neuerer Literatur, Zeitschriften und Zeitungen schmökern.

Überblick über die Sehenswürdigkeiten verschafften wir uns bei einer Stadtrundfahrt. Wir stiegen am Gendarmenmarkt in den Bus ein - er gilt mit deutschem und französischem Dom als der schönste Platz Berlins. Checkpoint Charlie (der ehemalige Grenzübergang) und die East Side Gallery, das längste noch vorhandene Teilstück der Mauer erinnern an die traurige Vergangenheit der Teilung Deutschlands; 118 Künstler aus 21 Ländern haben sich hier verewigt (Foto 2). Ich erinnerte mich an den Berlinbesuch in der geteilten Stadt, zu DDR-Zeiten: Nach Zwangsumtausch und viel Palaver beim Grenzübertritt besuchten wir Ost-Berlin - die Prachtstraße "Unter den Linden", den "Alexanderplatz", das "Scheunenviertel"... Es war schön, aber auch traurig, weil es überall so leer war.

Nach der Stadtrundfahrt nahmen wir uns die Museumsinsel vor. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir die Hackeschen Höfe (Eröffnung 1993), ein historisches Gebäudeensemble mit Läden, Galerien, Restaurants, das nach der Wende restauriert wurde. Der Komplex Museumsinsel (Foto 3) wurde 1999 zum UNESCO Weltkulturerbe erhoben, mit Bode-Museum, Pergamon-Museum, Altem und Neuem Museum sowie der Alten Nationalgalerie. Uns interessierte besonders das Neue Museum; es wurde 2009 wiedereröffnet und beherbergt jetzt antike Kunst und Archäologie. Der Architekt David Chipperfield schuf hier aus den Ruinen des Neuen Museums ein interessantes Ensemble (Foto 4).

Einen Tag widmeten wir der jüngeren Geschichte: Im Regierungsviertel befinden sich das Bundeskanzleramt sowie das Paul-Löbe-Haus für die Abgeordneten und das Reichstagsgebäude, wo der Bundestag untergebracht ist (Foto 5). Dann gingen wir zum Brandenburger Tor, wohl das bekannteste Wahrzeichen Berlins (Foto 6), und informierten uns an den zahlreichen Schautafeln über die Geschichte dieses einzigen erhaltenen Stadttors. In der Nähe befindet sich das Holocaust Mahnmal. Dieses 2005 eröffnete Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ist eine Art "Stonehenge", ein Meer aus 2711 Stelen; zwischen diesen Betonquadern geht man auf engen Wegen. Die Stelen symbolisieren Grabflächen, die engen Wege den Gang in den Hades (Foto 7). Das dazugehörige unterirdische Museum informiert eindringlich über das Schicksal der ermordeten Juden.

Zum Ausklang: Bei schönem Wetter machten wir einen Ausflug nach Potsdam und Sanssouci (Foto 8). Potsdam, die Brandenburgische Hauptstadt und Sanssouci (übersetzt "ohne Sorge"), ein kleines Sommerschloss im Rokokostil. Es wurde 1745-1747 von Friedrich II. auf Weinterrassen errichtet (Foto 8). Der weitläufige Park ist eine Mischung aus Zier- und Nutzgarten, symbolisiert durch Skulpturen der Göttinnen Flora und Pomana am Obeliskenportal. Der herrliche Park bietet ein Wegenetz von 70 km. In unmittelbarer Nähe des Schlosses steht die historische Windmühle, die als Museum eingerichtet ist.

Nach diesem wundervollen Abschluss kehrten wir von unserer Hauptstadt Berlin wieder zurück in unsere bayrische Heimat.

Marianne Müller

Siehe auch: Jürgen Kirchner, Auf Wiedersehen, Berlin!