Jos de Wit
Tawarren und Yes

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Jetzt weiß ich es: Man muss in Indonesien immer handeln oder - wie man dort sagt - tawarren. Das erste Mal, als wir in Indonesien waren, fanden wir es eigentlich beschämend, einen wirklich unglaublich niedrigen Preis nicht zu akzeptieren. Wir hatten für Petra, unsere Tochter, in einem Geschäft Flipflops gefunden. Sie kosteten umgerechnet 23 Pfennig (Ja, es ist sehr lange her!), und ohne nachzudenken wollte ich selbstverständlich den vollen Preis bezahlen. Meine Schwester reagierte bestürzt: „Du machst mich lächerlich, wenn du den verlangten Betrag so einfach bezahlst“. Also handeln.... Der Endbetrag war 20 Pfennig. Laut meiner Schwester immer noch zu viel.

Ich wurde dann auch noch mit einem anderen Phänomen konfrontiert: Man sagt in Indonesien nie Nein. Das fängt schon auf der Straße an, wenn Kinder dich ansprechen:
"Hello Mister, what is your Name?”
"I am Jos, do you speak English?”
Die Antwort war immer: "Yes!“
"And what is your name?”
“Yes!”
“Are you stupid?”
“Yes!”
Und stolz drehte der Bursche sich um, um seinen Freunden zu erzählen, dass er englisch geredet hatte.

Ich war also im Geschäft und fragte, ob es diese Flipflops auch in meiner Größe (47) gäbe. Denn ich fand, dass ich mir durch dieses Handeln auch mal etwas Besonderes leisten könnte. Antwort: "Yes!“ Und sie fingen an zu suchen. Für meine Schwester war klar, die gibt es sicher nicht, denn kein einziger Indonesier lebt auf solch großem Fuße. „Aber pass mal auf, die kommen zurück mit den Größten, die sie finden können, und sind dann erstaunt, dass die nicht passen, obwohl sie vier Größen kleiner sind."

Es stellte sich heraus, dass meine Schwester die Indonesier schon damals gut kannte. - Wir sind jetzt viele, viele Jahren weiter. Ich war seitdem öfter in Indonesien, aber ich kann mich nur schwer an das Tawarren gewöhnen. Auch muss ich gestehen, dass ich dann und wann sofort bezahlte, wenn meine Schwester nicht dabei war.

Jos de Wit